CSU-Antrag: Völkermord-Mahnmal für Suryoye

Die CSU-Stadtratsfraktion beantragt, die Verwaltung zu beauftragen, einen Platz zu suchen und eine geeignete Form der Erinnerung im öffentlichen Raum zu schaffen, um der Opfer des 1915 begangenen Völkermords an den Assyrern/Aramäern (Suryoye) im Osmanischen Reich zu gedenken.


Begründung:

Suryoye ist der syrischsprachige Eigenname für die Gruppe der Angehörigen der Kirchen west- und ostsyrischer Tradition. Die Suryoye sind Aramäer, Assyrer, Chaldäer und Maroniten - allein in Augsburg wohnen 5.000 Angehörige und machen die Stadt zu einem ihrer Zentren.

1915 und in den Folgejahren wurden – parallel zu den Armeniern und anderen orientalischen Christen – die Suryoye systematisch verfolgt und ermordet. Schätzungsweise 500.000 Suryoye verschiedener Konfessionen fielen den Morden zum Opfer. Mehr als Zweidrittel der Gesamtbevölkerung in den Hauptsiedlungsgebieten Nordmesopotamiens und im Iran verschwanden. Dieser Völkermord ist bis heute weithin unbekannt geblieben.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Augsburg die Friedensstadt ist, sollte eine Erinnerungsform für die Suryoye geschaffen werden, die hier seit langem beheimatet sind. Ob ein Mahnmal, ein Grenzstein, eine Gedenktafel oder eine andere Form am besten geeignet ist, sollte möglichst in einem Verfahren geklärt werden, das selbst schon der Auseinandersetzung mit den Ereignissen dienen kann. Ziel sollte es sein, der Opfer zu gedenken, den Frieden zu würdigen und die Folgegenerationen zu versöhnen. Bis 2015, dem 100. Jahrestag des Völkermordbeginns, wäre die Einweihung zu vollziehen.

Unterzeichner:
Bernd Kränzle, Fraktionsvorsitzender
Thorsten Große, Stadtrat

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Veröffentlicht
09:21:00 16.01.2014