CSU zur SPD-Kritik an Caritas: „Fair sieht anders aus“

Kiefer lässt sich von AWO empfehlen und kritisiert gleichzeitig Caritas

„Wer mit einem Finger auf andere zeigt, auf den zeigen vier zurück“, erinnert der CSU-Fraktionsvorsitzende Bernd Kränzle die Kritiker aus anderen Parteien. SPD-OB-Kandidat Stefan Kiefer, der sich wegen einer Wahlempfehlung einer Sozialstationsleiterin für OB Kurt Gribl medienwirksam entsetzte, hatte sich zuvor selbst von der gemeinnützigen Arbeiterwohlfahrt (AWO) öffentlich als OB-Kandidat empfehlen lassen.

Bei einer Faschingsveranstaltung der AWO am 2. Februar, bei der vor allem viele Senioren anwesend waren, empfahl der AWO-Vorsitzende Klaus Kirchner bei seiner Begrüßungsansprache, Kiefer als OB zu wählen. „Diesen Vorgang nehmen wir einfach zur Kenntnis, während die SPD im umgekehrten Fall die Caritas scharf kritisiert“, so Kränzle. Nach der Wahlempfehlung durch die AWO stellte sich Kiefer selbst auf die Bühne und bat ganz direkt um die Stimmen der Anwesenden. Dabei nannte er den genauen Wahltermin, ließ sich über die Politik der Stadt aus und empfahl sich selbst als einzigen Garanten für soziale Politik. „Ich bin überzeugt, dass Kurt Gribl da gerne ein Wörtchen mitgeredet hätte“, so Kränzle. „Fair sieht anders aus.“

Die Gäste, die eigentlich zu einer Faschingsveranstaltung gekommen waren, bezahlten ungefragt mit ihren Eintrittsgeldern in den ersten 20 Minuten wohl auch eine SPD-Wahlkampfveranstaltung, deren Teilnehmer sie wurden. Kiefer war dabei nicht der Schirmherr der Veranstaltung und blieb auch nicht als Gast, sondern verließ keine Viertelstunde nach seinem Auftritt den Saal.

Es ist nicht richtig, dass es sich bei seinem Auftritt – wie er auf seiner Facebook-Seite behauptet – um ein Grußwort gehandelt habe. Kiefer hat parteipolitisch gesprochen und die Anwesenden bei der AWO offen aufgefordert, ihn zu wählen, während bei der Caritas OB Gribl die eigenmächtige Aktion der Sozialstationsleiterin keineswegs veranlasst hatte. Gerade die SPD und ihr OB-Kandidat sollten daher aufhören, andere wegen Wahlempfehlungen zu kritisieren und gleichzeitig sich selbst empfehlen zu lassen. „Wir fordern die SPD dazu auf, sich einem Wahlkampf anzuschließen, der sich an Sachfragen orientiert“, appelliert Kränzle abschließend.

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Veröffentlicht
20:05:00 25.02.2014