CSU-Antrag: Dokumentation toter Fundtiere

Die CSU-Stadtratsfraktion beantragt, die Verwaltung zu beauftragen, dass künftig vor der Entsorgung von toten Fundtieren die Transpondernummer, Tätowierung oder andere Kennzeichnungen überprüft und zur Benachrichtigung erfasst werden.


 
Begründung:
 
In vielen Gemeinden und Städten werden auf der Straße verendete Haustiere vom Bauhof oder dem Straßenreinigungsbetrieb ohne vorheriges Auslesen des Transponders oder der Tätowierung entsorgt. Dadurch werden die Besitzer nie mit Gewissheit erfahren, was mit ihrem Haustier passiert ist. Teilweise wird noch Wochen oder Monate nach dem Tier gesucht und den Menschen wird dadurch die Möglichkeit genommen, sich von ihrem Haustier zu verabschieden.
 
Haustiere nehmen mittlerweile einen sehr hohen, emotionalen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Sie sind nicht mehr nur Tiere, sondern vollwertige Familienmitglieder, die den Besitzer oft eine sehr lange Zeit und in unterschiedlichen Phasen seines Lebens begleiten. Hierbei nehmen die Tiere die unterschiedlichsten Rollen ein und sind nicht nur ein treuer Gefährte und bester Freund, sondern auch ein geduldiger Gesprächspartner. Sie ersetzen manchmal die Familie, vereinfachen die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen, spenden Trost und geben Halt. Später lehren sie unseren Kindern Verantwortungsbewusstsein. Auch in der Therapie und in der Altenbetreuung spielen die vierbeinigen Gefährten durch ihre positive Wirkung eine zunehmend größere Rolle.
 
Gerade deshalb hinterlässt der Verlust eines geliebten Tieres eine große Lücke und für den Besitzer bricht eine Welt zusammen. Hierbei ist es wichtig, Abschied nehmen zu können. Wenn der Verbleib des Tieres aber unbekannt ist und die traurige Gewissheit über den Tod fehlt, fällt es schwer, den Verlust zu akzeptieren und zu verarbeiten.
 
Nach unseren Informationen kann man beim Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg zwar anrufen und nachfragen, ob das Tier aufgefunden wurde, eine Überprüfung und Dokumentation der Kennzeichnungen erfolgt hier aber unseres Wissens nicht. Dies wäre aber wichtig, um auch Tage später das Schicksal seines Haustieres in Erfahrung bringen zu können. Gerade auch bei Katzen, die gelegentlich längere Ausflüge unternehmen, denkt man nicht sofort daran, beim AWS anzurufen. Außerdem kann es durchaus sein, dass das Tier erst Tage später an einem abseits gelegenen Ort von Mitarbeitern des AWS gefunden wird.
 
In manchen Gemeinden werden daher zur Identifizierung bereits verschiedene Lösungsansätze verfolgt. Zum einen wäre zur Erfassung der Kennzeichnungen die Anschaffung von entsprechenden Auslesegeräten möglich oder die Zusammenarbeit mit Tierkliniken, Tierheimen oder ortsansässigen Tierschutzvereinen.
 
Des Weiteren wäre eine entsprechende Kooperation auch beim Auffinden der Tierhalter denkbar, da dies mit einem gewissen zeitlichen Aufwand verbunden ist. Gegebenenfalls würde der Kooperationspartner die Meldung der Daten an die Haustierregister sowie weitere Nachforschungen unter anderem über soziale Netzwerke übernehmen.


 
Unterzeichner:
 
Bernd Kränzle, MdL, Fraktionsvorsitzender
Leo Dietz, stv. Fraktionsvorsitzender
Josef Hummel, StR
Hedwig Müller, StRin
Peter Schwab, StR

(Antrag als PDF)
 


Veröffentlicht
12:22:00 01.08.2018