Werner-Egk-Schule: CSU-Fraktion befürwortet Vorschlag des Schulreferenten


-        Fraktionsvorsitzender Kränzle: „Hermann Köhler hat umsichtig agiert“

-        -   Kontextualisierung umfasst viele Möglichkeiten der Aufarbeitung

-        -   Offene Beschlussvorlage ist demokratischer Weg der Entscheidungsfindung 

 

Augsburg, 24. Mai 2019 

 

Die Kritik am Vorgehen des Bildungsreferenten Hermann Köhler zur Werner-Egk-Schule ist nach Ansicht der CSU-Fraktion sowohl hinsichtlich der geäußerten Schärfe wie auch der inhaltlichen Bewertung unverhältnismäßig. „Dies“, so Fraktionsvorsitzender Bernd Kränzle, „wird der bislang sachlich und objektiv geführten Debatte nicht gerecht. Der Schulreferent hat ganz im Gegenteil umsichtig agiert“.
 
Bildungsreferent Hermann Köhler wird in der kommenden Stadtratssitzung einen sogenannten „offenen Beschlussvor-schlag“ einbringen, der den Stadträtinnen und Stadträten drei Abstimmungsalternativen zur Wahl stellt:
 

1. Die Zustimmung zu der von der Erinnerungskommission empfohlenen Namensänderung

2. Die Ablehnung der vorgeschlagenen Namensänderung

3. Die Ablehnung der Namensänderung unter Berücksichtigung einer adäquaten, historisch einwandfreien Aufarbeitung der Biographie des Namensgebers im Kontext seiner beruflichen Verflechtungen während der Zeit des Nationalsozialismus.  

Dieser sogenannte „Kontextualisierungsweg“ ermöglicht viele Optionen, wie sowohl die biographische und historische Faktenlage, aber auch der Weg der geleisteten Aufarbeitung in der Stadt Augsburg dokumentiert und für die Stadtbevölkerung und Schulfamilie transparent dargestellt werden kann. Die hierbei vorgesehenen Mitwirkungsmöglichkeiten für die Zivilgesellschaft sind expliziter Bestandteil der Abstimmungsziffer, die insbesondere für diejenigen Stadträte eine Entscheidungsgrundlage bieten soll, die bislang nicht mit einer Entweder-oder-Lösung einverstanden waren.

„Dies ist ein höchst transparentes und damit demokratisches Vorgehen, das sowohl die geleistete, sehr gute Expertenarbeit der Erinnerungskommission einbezieht, wie auch den Wunsch vieler Oberhauser Bürgerinnen und Bürger, den Sohn der Stadt nicht nachträglich und posthum zu diskreditieren und aus dem kulturellen Gedächtnis der Stadt zu tilgen“, so Andreas Jäckel, Mitglied im Fraktionsvorstand und Abgeordneter im Bayerischen Landtag, weiter.

Auch Stadtrat Max Weinkamm bewertet die Vorgehensweise als einen klugen, demokratisch geführten Weg. Die Kontextualisierung könne sowohl eine kontinuierliche, didaktisch anspruchsvoll konzipierte Aufarbeitungsarbeit auf der Homepage der Stadt vorsehen, wie auch andere Möglichkeiten der „analogen Aufarbeitung“, wovon eine Tafel eine Möglichkeit sein kann.  Weinkamm: „Wir sollten diesen anstrengenden, aber vernünftigen Weg gehen, wenn wir es wirklich ernst meinen mit der kritischen Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, die auch unsere Stadt und die Generationen vor uns betrifft.“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Leo Dietz sieht die Fraktion der CSU geschlossen hinter ihrem Referenten: „Wir haben die Vorlage in der Fraktionssitzung ausgiebig diskutiert und sind zu der einhelligen Meinung gekommen, dass mit der Kontextualisierung die Möglichkeit gegeben wird, sich dem Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven zu nähern. Dies erst ermöglicht eine klare Betrachtung. Hermann Köhler und seine Mitarbeiter im Bildungsreferat haben sehr gute Arbeit geleistet“.

 
(Original als pdf)



Veröffentlicht
11:29:00 24.05.2019