CSU Antrag: UNESCO Welterbe ganzheitlich entwickeln.

 Die CSU-Stadtratsfraktion beantragt, die Verwaltung zu beauftragen


1. einen mit allen zuständigen Stellen abgestimmten Masterplan zu entwickeln, wie die Pflege und Entwicklung der vom Beschluss der UNESCO-Kommission umfassten 22 Welterbestätten gestaltet werden soll. Dieser soll auch die Entwicklung eines sogenannten Besucherzentrums beinhalten.

2. gemeinsam mit den zuständigen Stellen ein Konzept für die Entwicklung eines gelungenen, nachhaltigen Tourismus im Kontext des gewonnenen Welterbestatus vorzulegen, das sowohl die Welterbestätten selbst wie auch die Kerninnenstadt als touristisches Ziel in den Fokus nimmt.

Die Ziffern 1. und 2. sollen mit zeitlichen Meilensteinen versehen werden.

3. das Thema “Wasseraufbereitung” und “Wassermanagement” auch an anderen Stellen der Verwaltung aufzugreifen und es somit nicht nur einer retrospektiven und historischen Betrachtung zu unterwerfen, sondern zukunftsweisend und dem Auftrag der Unesco entsprechend in der Wissensvermittlung für Dritte, zum Beispiel in der interkommunalen Zusammenarbeit einzusetzen.

4. wissenschaftliche und wirtschaftliche Aspekte der Wasseraufbereitung (Trinkwasser, Abwasser, Hygiene etc.) aufzugreifen und gemeinsam mit Universität, Hochschule und wissenschaftlichen Instituten Impulse zu setzen, die für die wirtschaftliche Entwicklung von Stadt und Region genutzt werden können.

5. Potenziale des UNESCO-Welterbetitels als Grundlage für Entwicklungen im Kongress- und Messewesen zu analysieren, daraus Konzepte zu entwickeln und diese mit den zuständigen Stellen voranzutreiben.

6. Den Titel auch im Kontext der Friedensstadt Augsburg zu begreifen und Formate zu entwickeln, die der globalen Bedeutung von Wasser als friedensstiftende, kulturell wertvolle und daher schützenswerte Resource gerecht werden.  

7. im nächsten Kulturausschuss über die anstehenden nächsten Schritte und anschließend regelmäßig in den zuständigen Gremien über die Entwicklungsstände zu berichten.


Begründung:


Die UNESCO-Kommission hat am 08.07.2019 in Baku (Aserbaidschan) für eine Aufnahme der historischen Augsburger Wasserversorgung in die Liste der besonders erwähnens- und schützenswerten Denkmäler gestimmt.

Zu dieser außerordentlichen, historischen Auszeichnung haben unzählige Menschen in Augsburg und außerhalb Augsburgs beigetragen. Die CSU-Fraktion dankt ausdrücklich allen Beteiligten, mögen sie ehrenamtlich, als Teil der Stadtverwaltung oder durch externe Zuarbeit den Erfolg erarbeitet haben.  

Die CSU-Fraktion dankt der Augsburger Stadtbevölkerung und den Medien, die das komplexe Thema des Wassermanagements und der im Stadtbild weit auseinanderliegenden Denkmäler früh als einmaliges Alleinstellungsmerkmal begriffen und unterstützt haben.

An erster Stelle steht nun der Erhalt und die Pflege der vom Welterbestatus umfassten Denkmäler sowie die Planung eines laut UNESCO-Beschluss zu eröffnenden  Besucherzentrums. Diese Mammutaufgabe sollte mit Umsicht und inhaltlich werthaltig konzipiert und geplant, sowie die finanziellen Folgewirkungen eruiert werden. Das Ergebnis wird das Bild Augsburgs sowohl in der Binnenwirkung, das heißt auch in der viefältigen  BIldungslandschaft der Stadt, wie nach außen bei unzähligen  Besuchern aus der ganzen Welt für Generationen prägen.

Es gilt außerdem, die Auszeichnung auch als Auftrag zu begreifen und die Stadt nicht nur für die positiven touristischen Anziehungs-, sondern auch für deren Nebenwirkungen sattelfest zu machen. Nachhaltiger Tourismus ist ein Megathema der modernen Zeit. Augsburg, das auch in anderen Bereichen seit über einem Jahrzent steigende Besucher- und Übernachtungszahlen vorweist, kann hier frühzeitig die richtigen Weichen stellen.

Noch eine weitere Aufgabenstellung im Bereich der Trinkwasseraufbereitung stellt sich, die die CSU-Fraktion als eine der Kernbotschaften der UNESCO begreift: wie kann das Know-How über das 800 Jahre alte Wassermanagement Augsburgs in Zeiten, in denen sauberes Trinkwasser eine der wertvollsten Resourcen der Welt darstellt, auch vermittelnd dort zur Verfügung gestellt werden, wo sauberes Trinkwasser knapp ist? Das Europabüro mit seiner Stelle für interkommunale Zusammenarbeit kann hier sicherlich wertvolle Impulse setzen.

Die Thematik “Wasser” bietet nicht nur Potenziale in der wirtschaftlichen Entwicklung von Stadt und Region, die durch wissenschaftliche Impulse angestoßen werden sollen. Auch im Messe- und Kongresswesen kann Augsburg mit dem Titel Unesco-Weltkulturerbe punkten. Es bietet sich daher an, frühzeitig darauf hinzuwirken dass die Trägerstrukturen des Messe- und Kongresswesens nun Formate entwickeln, wie sich Augsburg als “Davos” des Ressourcen-schonenden, fortschrittlichen Wassermanagements im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung positionieren kann.

Die CSU Fraktion im Augsburger Stadtrat ist der festen Überzeugung, dass die vielfältigen Ansätze, den Unesco-Titel mit Leben und stadtgesellschaftlicher Relevanz zu erfüllen, nur durch ganzheitliches Denken und Handeln gelingt. Die anstehenden, auch finanziellen Aufwände für künftige Generationen werden nur dann zu rechtfertigen sein, wenn es gelingt den Titel zu einer im ideellen, kulturellen, aber auch wirtschaftlichen Sinne gewinnbringenden Marke zu entwickeln.

(Original als pdf)



Veröffentlicht
08:24:00 10.07.2019